18. September 2015

Bayer richtet Organisation auf Life-Science-Geschäfte aus

Operative Führung des Geschäfts über drei Divisionen: Pharmaceuticals, Consumer Health und Crop Science / Dieter Weinand, Erica Mann und Liam Condon in den Bayer-Vorstand berufen / Dr. Hartmut Klusik folgt Michael König als Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor / Stärkere Integration und Fokussierung auf die Dachmarke „Bayer“ / Umsetzung ab dem 1. Januar 2016

Leverkusen, 18. September 2015 – Bayer stellt nach der wirtschaftlichen und rechtlichen Trennung von Covestro die Weichen für eine erfolgreiche Entwicklung als Life-Science-Unternehmen. Der Aufsichtsrat hat am Freitag dem Vorschlag des Vorstands für eine organisatorische Neuaufstellung zugestimmt. Das Geschäft wird ab dem 1. Januar 2016 über die drei Divisionen Pharmaceuticals, Consumer Health und Crop Science geführt. Die bisherige Organisation mit einer strategischen Management-Holding und operativen Teilkonzernen wird dann durch eine integrierte Struktur unter der starken Dachmarke „Bayer“ abgelöst. „Ziel der neuen Organisation ist es, die Strategie von Bayer als führendem Life-Science-Unternehmen bestmöglich zu unterstützen und uns gegenüber dem Wettbewerb noch schlagkräftiger aufzustellen: mit noch mehr Innovationskraft, einer Stärkung der Kundenorientierung und einer ausgeprägten Geschäftsprozess-Exzellenz“, sagte Dr. Marijn Dekkers, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG.

Der Vorstand der Bayer AG soll in der neuen Organisation auch die operative Gesamtverantwortung wahrnehmen. Deshalb hat der Aufsichtsrat beschlossen, mit Dieter Weinand (Pharmaceuticals), Erica Mann (Consumer Health) und Liam Condon (Crop Science) die Divisionsleiter mit Wirkung zum 1. Januar 2016 in den Vorstand zu berufen. Zum selben Zeitpunkt soll auch Dr. Hartmut Klusik als neuer Arbeitsdirektor mit Zuständigkeit für Personal, Technologie und Nachhaltigkeit in den Vorstand der Bayer AG eintreten. Er folgt auf Michael König, dessen Vertrag auf eigenen Wunsch nicht verlängert wird.

„Bayer hat das Portfolio in den vergangenen Jahren deutlich zugunsten der Life Sciences weiterentwickelt. Das Unternehmen ist nun in einer sehr starken Position, in der es sich ganz auf diese Geschäfte fokussieren kann. Vor diesem Hintergrund ist es folgerichtig, die Organisation jetzt stärker zu integrieren“, sagte Werner Wenning, Aufsichtsratsvorsitzender der Bayer AG. Mit Blick auf die Veränderungen im Vorstand ergänzte Wenning: „Wir sind davon überzeugt, dass die stärkere Verzahnung von strategischen und operativen Aufgaben Bayer weiter voranbringen wird. Dementsprechend haben wir die Aufgaben im Vorstand erweitert. Dem Vorstand in seiner neuen Zusammensetzung wünschen wir viel Erfolg. Den Weggang von Michael König bedauern wir. Wir danken ihm sehr herzlich für seine wertvolle Arbeit und wünschen ihm alles Gute für die Zukunft.“

Im Zuge der Neuorganisation wird der bisherige Teilkonzern Bayer HealthCare aufgelöst. Die Division Pharmaceuticals wird um den Bereich Radiologie erweitert. Consumer Health umfasst die bisherige Division Consumer Care. Der Teilkonzern Bayer CropScience wird zur Division Crop Science. Animal Health berichtet künftig als eine Geschäftseinheit direkt an Liam Condon.

Die Divisionen fokussieren sich auf geschäftsnahe Kernkompetenzen wie Forschung und Entwicklung, Produktion sowie Marketing und Vertrieb. Unterstützt werden sie von integriert aufgestellten Funktionen – wie Personal oder Einkauf – sowie von globalen Services. Die bisherige Bayer-Gesellschaft Technology Services wird dabei in die Unternehmensfunktion „Engineering and Technology“ überführt, während die Gesellschaft Bayer Business Services, die vor allem Informationstechnologie und geschäftsunterstützende Dienstleistungen bündelt, bestehen bleibt und weiter ausgebaut werden soll.

Die stärkere Integration wird auch in der Markenarchitektur von Bayer sichtbar. Der Konzern wird sich künftig ausschliesslich auf die Dachmarke „Bayer“ sowie die Produktmarken konzentrieren. Die Divisionen erhalten keinen eigenständigen Markenauftritt.

Zahl der Arbeitsplätze soll in den kommenden Jahren stabil bleiben

Ungeachtet der organisatorischen Veränderungen soll die Zahl der Arbeitsplätze in den nächsten Jahren sowohl weltweit als auch in Deutschland stabil bleiben. Bereits im September 2014 verständigten sich Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertreter auf die vorzeitige Verlängerung der bestehenden Beschäftigungssicherung. Damit sind betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland bis Ende 2020 ausgeschlossen.

In einer gemeinsamen Erklärung zwischen Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretern wurden nun wesentliche Grundsätze im Zusammenhang mit organisatorischen Veränderungen festgeschrieben. „Wir begrüssen es ausdrücklich, dass die Teilkonzerne und die Bayer Technology Services wieder unter dem Dach der Bayer AG zusammenwachsen. Unsere gemeinsame Erklärung garantiert dabei, dass Sicherheit, Vertrauen und Motivation für die Belegschaft erhalten bleiben“, sagte Oliver Zühlke, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Bayer. „Zudem konnten wir durchsetzen, dass die Kolleginnen und Kollegen der Bayer Business Services wieder in den Flächentarif der IG BCE zurückkehren.“

Bayer als reines Life-Science-Unternehmen mit hervorragenden Perspektiven

„Unsere Mission ‚Science For A Better Life‘ passt hervorragend zum Life-Science-Unternehmen Bayer. Denn alles, was wir tun, hat ein Ziel: Menschen überall auf der Welt ein besseres Leben zu ermöglichen“, sagte Dekkers. Die Herausforderungen seien riesig: Es gehe darum, sowohl an einer immer besseren medizinischen Versorgung als auch an einer ausreichenden und hochwertigen Ernährung für eine wachsende Weltbevölkerung zu arbeiten. Dies sei nur mit Life-Science-Innovationen möglich. „Wir haben führende Positionen in attraktiven und wachsenden Märkten. Unsere Geschäfte sind im Hinblick auf Konjunkturzyklen und Risiken diversifiziert und ausgewogen“, so Dekkers. Das Portfolio biete darüber hinaus vor dem Hintergrund der Gemeinsamkeiten biochemischer Prozesse in lebenden Organismen vor allem in der Forschung interessante Perspektiven.

In der Division Pharmaceuticals bündelt Bayer zukünftig das Produktportfolio mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln in den Gebieten Allgemeinmedizin und Spezialpharmazeutika sowie das Radiologie-Geschäft. Die Division Consumer Health umfasst Konsumenten-Produkte mit weltweit bekannten Marken in den Bereichen Allergien, Schmerzmittel, Herz-Kreislauf-Risikovorbeugung, Husten und Grippe, Dermatologie, Fusspflege, Magen-Darm, Nahrungsergänzungsmittel und Sonnenschutz. Die Division Crop Science – das Agrargeschäft – ist auf den Gebieten Saatgut, chemischer und biologischer Pflanzenschutz sowie Schädlingsbekämpfung ausserhalb der Landwirtschaft tätig. Darüber hinaus bietet die Geschäftseinheit Animal Health Produkte und Lösungen zur Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen bei Haus- und Nutztieren an.

Bayer-Vorstand wird erweitert und übernimmt operative Gesamtverantwortung

Der Vorstand der Bayer AG besteht ab dem 1. Januar 2016 aus acht Mitgliedern: Dr. Marijn Dekkers als Vorstandsvorsitzender, Johannes Dietsch für Finanzen, Werner Baumann für Strategie und Portfolio-Management sowie Kemal Malik für Innovation. Michael König, dessen Vertrag ausläuft, verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch. Neuer Arbeitsdirektor und zuständig für Personal, Technologie und Nachhaltigkeit wird Dr. Hartmut Klusik, bislang im Vorstand der Bayer HealthCare AG für den Bereich Product Supply verantwortlich. Die Vorstandsressorts Innovation und Technologie werden im Zuge der Neuorganisation weiter gestärkt. Hinzu kommen die drei neuen Vorstände und Divisionsleiter Dieter Weinand (Sitz: Berlin), Erica Mann (zukünftiger Sitz: Basel) und Liam Condon (Sitz: Monheim).

 

Zukunftsgerichtete Aussagen
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