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Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Herz- und Kreislauferkrankungen sind in der Schweiz die Todesursache Nummer eins: Im Jahr 2016 wurden ein Drittel aller Todesfälle durch Erkrankungen des Herzkreislaufsystems verursacht.

Vorhofflimmern: Die häufigste Herzrhythmusstörung
Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. Generell steigt die Häufigkeit mit zunehmendem Alter: So leiden etwa 5% aller Personen über 65 Jahren und bereits etwa 15% der über 85-Jährigen an Vorhofflimmern.
Beim Vorhofflimmern schlägt der Herz-Vorhof rasend schnell, er „flimmert“. Betroffene spüren dies meist als unregelmässigen Puls, Herzstolpern oder als anfallsartiges Herzrasen. Gleichzeitig wird die körperliche Belastbarkeit eingeschränkt und es entstehen eine innere Unruhe oder Angstgefühle. Vorhofflimmern kann aber auch unbemerkt bleiben.

Vorhofflimmern erhöht das Risiko für einen Hirnschlag deutlich.
Weil durch das Vorhofflimmern der Blutfluss in den Herzkammern stark verlangsamt ist, können sich dort Blutgerinnsel bilden. Diese können mit dem Blutstrom in die Hirnarterien gelangen und diese verstopfen. Patienten mit Vorhofflimmern tragen denn auch ein bis zu fünf Mal höheres Risiko für einen Hirnschlag. So ist Vorhofflimmern für ungefähr jeden vierten Hirnschlag verantwortlich und verursacht insbesondere schwere Hirnschläge.        

Vorhofflimmern schwächt aber auch die Pumpfunktion des Herzens. Mit der Zeit führt dies zu einer starken Belastung der Herzfunktion: Das Herz pumpt weniger Blut in den Kreislauf, es entstehen ernsthafte Beschwerden. Kurzfristig sind die Herzkammern in der Lage, diesen Leistungsrückgang zu kompensieren; längerfristig aber werden die Herzkammern überlastet – es kommt zu einer ungenügenden Herzleistung (Herzschwäche, Herzinsuffizienz). Deshalb ist das Risiko für einen Herztod bei Patienten mit Vorhofflimmern verdoppelt.



Für mehr Informationen: Broschüre zu Vorhofflimmern


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Hirnschlag: Jede Minute zählt

In der Schweiz erlitten 2016 über 15'000 Personen einen Hirnschlag. Dabei wird ein Blutgefäss im Gehirn verstopft oder ganz verschlossen und von der Durchblutung abgeschnitten. Die Hirnregionen dahinter werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und wichtige Hirnfunktionen gehen verloren.

Eine plötzlich auftretende halbseitige Lähmung im Gesicht und am Arm und Sprechschwierigkeiten sind die häufigsten Symptome eines Hirnschlags. Auch Schwindel, Gehunfähigkeit, Blindheit oder ungewöhnlicher, sehr heftiger Kopfschmerz können Anzeichen sein.

Ein Hirnschlag ist ein akuter Notfall. Betroffene sollten sofort per Krankenwagen in ein spezialisiertes Hirnschlagzentrum („Stroke Unit“) eingewiesen werden. In der Behandlung von Hirnschlagpatienten spielt der Zeitfaktor eine entscheidende Rolle: Jede Minute zählt.

Thrombosen: Wenn das Blut Klumpen bildet

Dass Blut gerinnen kann, ist für unseren Körper ein grosser Vorteil. Nach Verletzungen beispielsweise sorgt die Gerinnung dafür, dass sich Wunden schliessen können und wir nicht verbluten.

Es gibt aber auch Situationen, wo unser Blut gerinnt, wenn es gar nicht nötig wäre. Es bildet sich dann ein Blutgerinnsel (Blutpfropf, Thrombus), das nicht nur am Ort der Entstehung Arterien und Venen zu verstopfen droht. Im schlimmsten Fall löst es sich von der Gefässwand ab, wandert durch die Blutbahn und sorgt in anderen Organen für gefährliche Embolien – einen vollständigen oder teilweisen Verschluss eines Blutgefässes.

 

 

Wichtigster Risikofaktor für ein Blutgerinnsel in einer Vene ist die Bewegungslosigkeit, sei es auf langen Reisen, durch Bettlägerigkeit, Operationen oder Gipsverbände; aber auch im Alltag, zum Beispiel im Büro oder Auto. Daher sollten Sie längere Zeiten der Bewegungslosigkeit nach Möglichkeit alle 1-2 Stunden unterbrechen, zum Beispiel durch Umhergehen oder Laufen.

Aber auch Operationen und Verletzungen erhöhen das Risiko für Thrombosen, und auch während der Schwangerschaft und im Wochenbett haben Frauen ein stark erhöhtes Risiko. Weitere Risikofaktoren sind unter anderem Rauchen, Übergewicht, die Einnahme von Hormonen oder angeborene Gerinnungsstörungen. In gewissen Situationen kann es notwendig sein, die Blutgerinnung mit Medikamenten zu hemmen.



Für mehr Informationen: Broschüre zu Thrombose und Lungenembolie


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Herzinfarkt - wenn die Versorgung im Herzmuskel ausfällt

Rund 60- bis 90-mal in der Minute zieht sich der Herzmuskel eines Menschen zusammen, um Blut durch den Körper zu pumpen. Damit versorgt das Herz die Organe mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen. Wenn sich ein Herzkranzgefäss komplett verschliesst – zum Beispiel wegen eines Blutgerinnsels – wird der Herzmuskel selbst oder Teile davon nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Die Folge kann ein Herzinfarkt sein.

In der Schweiz erleiden rund 30‘000 Personen pro Jahr einen Herzinfarkt oder eine kurzzeitige Durchblutungsstörung des Herzens (Angina pectoris). Die meisten Herzinfarkte beginnen langsam und sind von leichten Schmerzen, Unwohlsein, Atemnot Schwindel oder Schweissausbrüchen begleitet. Weil solche Symptome nicht eindeutig sind, warten manche Betroffene zu lange, ehe sie Hilfe suchen. Betroffene spüren möglicherweise Brustschmerzen oder starken Druck, Engegefühl oder Brennen hinter dem Brustbein. Der Schmerz strahlt manchmal in den Hals, die Arme, die Schultern oder in den Bauch aus. Die Schmerzen dauern länger als 15 Minuten und bessern sich nicht, wenn man sich Ruhe gönnt. Ein Herzinfarkt ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der eine unverzügliche Spitaleinweisung erfordert. Grundsätzlich können Sie selbst viel dazu beitragen, das Risiko eines Herzinfarkts zu senken, in dem Sie nicht rauchen, sich gesund ernähren und sich regelmässig bewegen. Vermeiden Sie Übergewicht und psychische Belastungen und messen Sie Ihren Blutdruck, Blutfettwerte und Blutzucker regelmässig.

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